Wer die große Freiheit in den USA sucht, der war noch nicht in Brasilien. Nachdem wir bereits viermal mit dem Pferd in Arizona unterwegs waren, hatte ich Sehnsucht nach einer tropischen Vegetation. So landeten wie bei Peter und Elvio in Santa Catarina.
Wir hatten großes Glück, denn bereits am Ankunftstag ging es zu einem Rodeo. Die Vaqueiros müssen hier auf einer bestimmten Strecke die Rinder per Lasso einfangen, wobei das Lasso nicht um den Hals liegen darf, sondern nur um die Hörner fallen muss. Das bunte Treiben, die freudige Anspannung der Reiter, die netten Begrüßungen der Einheimischen stimmten uns freudig auf unseren bevorstehenden Ritt ein.
Am nächsten Tag ging es dann los. Nach kuzer Zeit tauchten wir direkt in die üppig grüne Natur ein. Ein steiler Anstieg, vorbei an Bambus, Baumfarnen, Araukarien undunzählige Pflanzenund Blumen brachte uns schnell zu einem wunderbaren Aussichtspunkt. Uns bot sich ein Blick über ein Meer von Araukarien und Bergwiesen hin zu einem Wasserfall. An dessen Ursprung sollten wir dann einige Stunden später picknicken. Was die Pferde an diesem ersten Tag leisteten war schon beachtlich.
Am nächsten Tag meisterten die Pferde die Bergauf- und Abpassagen mit guter Konditon. Wir durchquerten wunderbare Araukarienwälder, Baumbestände von Bromelien und Orchideen besetzt. Der Bartbehang der Bäume ließ der Phantasie freien Lauf…. Was für ein Panorama.
Am dritten Tag wurden die Pferde gewechselt. Toll das die Tiere geschont werden! Wieder wechselte die Landschaft. Nun erwartete uns eine hügelige Graslandschaft. Zwischendurch begegneten wir mal einer kleinen Pferdeherde, die uns neugierig betrachteten, dann trieben wir ein paar Kühe vor uns her. Wow, da kam echtes Cowboyfeeling auf. Der aufziehende Nebel tat der Großartigkeit der Landschaft keinen Abbruch. Zwar müssen wir, wegen des Nebels, wohl einem grandiosen Ausblick verpasst haben, wir waren trotzdem von diesem Tag wieder begeistert.
Nicht anders erging es uns an den restlichen Tagen. Immer änderte sich die Vegetation leicht. Von den erstiegenen Bergkuppen, hatten wir wunderbare Aussichten auf die weite und unberührte Natur. Wir habe jede Minute genossen.
Nicht unerwähnt sollten unsere leckere Mahlzeiten, zubereitet von Rosi sein, die unsere Urlaubswoche versüßte. Die Gastfreundlichkeit, die uns auf den diversen Fazendas entgegengebacht wurde – auch wenn wir die Sprache nicht verstanden haben - Peter übersetzte alles geduldig - berührte uns jedesmal. Wir hatten beide nicht erwartet, dass diese Tour so überwältigend wurde.
Vielen Dank daher nochmals an Elvio, Rosi und Peter von Riding Brazil und Grüße an alle anderen.
Detlef und Andrea Lock