Pantanal Wildlife Trail São Joaquim Adventure Trail
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São Joaquim Adventure Trail

Kundenkommentare

Die Kaukorantas gemeinsam mit Elvio Rast am verlassenen Bergfriedhof

Karina und Mikko Kaukoranta

Helsinki (Finnland) & Manaus (Amazonas, Brasilien)

 

Wir benötigten eine ganze Nacht um von Manaus nach Florianópolis zu gelangen. Hier erwartete uns João, Elvios Sohn. Die Fahrt mit einem Toyota Hilux von der schönen Insel Santa Catarina auf der Florianópolis liegt, hinauf in das Bergdorf Urubici, mit seinem 2000 Einwohnern, dauerte 3 ½ Stunden. Der Kontrast zwischen der Blumenstadt am Meer und dem ländlichen Urubici konnte auffallender nicht sein, so, dass wir uns fragen mussten „was machen wir eigentlich hier“?

 

Peter kam ins Urubici Park Hotel um uns zu begrüssen und uns den weiteren Programmverlauf zu erklären. Logischerweise hätte er lieber eine Gruppe von 4-6 Teilnehmern begrüßt, aber es waren nur wir zwei. Wir sind dann zum Mittagessen bei Elvio, unserem Reitführer und seiner Familie, eingeladen worden. Ein Deutsches Ehepaar, die gerade von einem einwöchigen Trail, mit Peter und Elvio, zurückgekommen waren, waren auch dabei. Wir fühlten uns hier sofort willkommen und verloren für die gesamte Reisedauer das Gefühl irgendwo in der Wildnis verlassen zu sein.

 


Karina und Mikko Kaukoranta Bachdurchquerung

Kleidung

 

Da dieses unser erster Reiturlaub war, wussten wir nicht recht was wir einzupacken hatten. Obwohl es Karfreitag war, hat ein Geschäft mit Reitartikel extra für uns aufgemacht. Wir kauften wasserdichte Lederstiefel, Hüte, Westen und ein Messer. Die Preise waren recht vernünftig, so dass es sich eigentlich nicht lohnt so viel Zeug von zu Hause mitzuschleppen. Die Stiefel haben sich bestens bewährt, da an vielen Stellen Schlamm und feuchter Untergrund war. Sie waren auch einfacher zu reinigen als unsere Trekkingstiefel. Jeans und langärmelige Hemden waren die richtige Wahl, um gegen Kratzer etwas geschützt zu sein, denn es ging teilweise durch dichten Urwald. Die leichten Windjacken waren in den Satteltaschen, aber wir haben sie nicht gebraucht.

 

Unsere neuen Westen haben wir gelegentlich angezogen, obwohl die Temperaturen immer zwischen 18-26° Cel. Waren und keine wärmere Kleidung benötigt wurde. Die großen Regencapes, die wir von Ridingbrazil bekamen, hielten uns total trocken, wenn es nachmittag einmal regnete.

 

Außer unserem Einkauf benötigten wir dann kein Geld mehr. Dieses war effektiv eine „alles inklusiv“ Reise.


Aufstieg auf das Hochplateau Ritt durch Bracatinga Wald

Das Reiten

 

Die Pferde waren Crioulo Einkreuzungen, eher klein, sehr kräftig und zuverlässig bei den schwierigen Aufstiegen. Wir sind beide gross aber das war kein Problem. Zuhause springen wir mehr, so dass das Distanz reiten für uns sehr anders war. Wegen des schwierigen, felsigen und bergigen Geländes, ritten wir meistens im Schritt oder Trott. Auf den Hochplateaus allerdings genossen Pferd und Reiter schöne Kanter. Die Trails gingen rauf und runter. Erst von 900 auf 1700 m hoch und dann wieder runter. Jeder Berg, nachdem wir ihn buchstäblilch erstiegen hatten, kam uns wie ein Mount Everest vor. Ein unglaubliches Gefühl von Freiheit stellte sich ein wenn unser Blick über das weite Land unter uns, mit seinen Bergen und Tälern, glitt. Man hatte das Gefühl ein bisher unbekanntes Land erobert zu haben. Gelegentlich begegneten wir einem anderen Rancher. Wir machten dann immer eine Pause für einen kleinen Schwatz. Das stärkte weiter unser Gefühl dazu zu gehören und nicht nur ein Tourist zu sein.

 

Unser tägliches Reitpensum lag bei 5-7 Stunden. Es war allerdings auch ein Reittag mit 10½ Stunden dabei! Jeden Mittag gab es ein picnic aus der Satteltasche oder gar ein Grillspiess. Es wurde ein Feuer gemacht, Café gekocht und das Fleisch gegrillt. Dazu gab es Brot, Wurst, hausgemachten Käse und Äpfel, Kekse und oft noch Kuchen.

 

Danach wurde eine kleine Siesta eingelegt (es schläft sich herrlich auf Lammfellen). Auch Wasser stellte kein Problem dar, denn es gab jede Menge Bäche mit Trinkwasser vom Feinsten.

 

 

Sprache

 

Wir sind Finnen aber leben seit über einem Jahr in Amazonien. Wir sprechen etwas Portugiesisch aber musten doch viel auf Peter zurückgreifen. Die Sprache ist an sich kein Problem. Obwohl Elvios Familie nur Portugiesisch spricht, man ist den Umgang mit Ausländern gewohnt.

 

 

Gemütliche Unterkunft: Chalet von Vale do Neblina Inn Gemütliche Unterkunft: Chalet von Vale do Neblina Inn Ein früher Camargo Café mit schäumender Milch – besser als Capuchino! Ritt über die Hochweiden Ritt über die Hochweiden

Unterkünfte

 

Das Urubici Park Hotel ist einfach aber sauber und schmuck. Die zweite Nacht verbrachten wir in einem hübschen Chalet in der Pousada Caminhos da Neve, wo wir mit Peter ein Wohnzimmer, 2 Schlafzimmer und ein Badezimmer teilten. Auf der Conta Dinheiro Ranch, die Elvios Bruder gehört, verbrachten wir 3 Nächte in sehr einfachen aber gemütlichen Unterkünften. Elvio, Rosi, João, Peter und wir hielten uns alle dort auf. Es gab 5 Schlafzimmer mit zwei Toiletten und heißer Dusche. Wir verbrachten dann weitere 3 Nächte auf der Pousada/Fazenda Dos Rios, Elvios Nachbarn, da Elvio erst kürzlich umgezogen war und noch keine Gäste aufnehmen konnte. Allerdings haben wir bei ihm öfters eine großartige „Café danach“ Pause eingelegt, während Frühstück und Abendessen in der Pousada bei Rogerio und Salate gegessen wurde.

 

Der Aufenthalt auf den Ranches und Pousadas hat uns gefallen und wir haben es genossen wie Familienmitglieder dabei sein zu dürfen. Der Standard hier ist nicht sehr hoch, aber die warme und freundliche Atmosphäre kann man in keinem Hotel finden.

 

 

Für wen ist die Tour geeignet

 

In Skandinavien reiten Mädel und Frauen. In Brasilien scheinen mehr Männer zu reiten. Die Trails und der ganze Ritt war eher etwas für Männer – Elvio musste des öfteren Pfade mit der Machete freischlagen, einfaches Essen unterwegs, robuste Pferde – alles recht männlich. Nix Dressage, kein ausgefallenes Geschirr und Gerät. Aber ganz sicher und reichlich: Spaß.

 

Reiterliche Fähigkeiten sind nicht ausschlaggebend, aber Du brauchst Selbstvertrauen und einen guten Sitz. Auch must Du den Pferden vertrauen können. Obwohl die Sättel gut sind, wirst Du leiden, wenn Du vorher nicht etwas trainiert hast.

 

Dieses war unser erster Reiturlaub aber sicherlich nicht der letzte. Wir haben nicht nur Urlaub gemacht sondern ein Abenteuer erlebt. Wir haben wunderbare Landschaften und eine schöne Natur gesehen, haben freundliche Menschen getroffen und was das Beste war, wir wurden immer als Freunde behandelt und aufgenommen.