Pantanal Wildlife Trail São Joaquim Adventure Trail
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São Joaquim Adventure Trail

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Das Hochland von Santa Catarina Ein unerwartetes aber sehr willkommenes Treffen auf den Hochweiden Elvio am Wasserfall

Peter Wolfe

Riad (Saudi-Arabien)

 

Dieses Jahr beschloss ich, anstatt der üblichen Montana-Reitfahrung in den USA oder der Alternative einer Neuseeland-Tour, eine Reiterreise im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina zu unternehmen. Ich kannte die Region von Geschäftsreisen und wollte das wahre Brasilien kennenlernen das sich hinter den Städten, Hotels und Stränden verbirgt.

 

Was mir dann geboten wurde übertraf meine Erwartungen - dieser Ritt stellt die Rockies und europäische Trails mit Leichtigkeit in den Schatten.

 

Die Reise beginnt auf der reizvollen Ferieninsel Florianópolis, die sich bestens für ein paar Tage faulenzen am Ende der Reise eignet.

 

Ich kam zu Beginn der Saison und die Reitgruppe bestand aus mir selbst und Peter Rohmer, dem immer aktiven Chef von Brazil Riding Adventures. Der Ranchbesitzer Elvio fuhr uns hinauf in das Tal, in der sich die Gebirgsstadt Urubici befindet. Die Gaucho-Erfahrung ging gleich einmal mit einem Besuch eines örtlichen Rodeos los, wo ich herzlich empfangen wurde, obwohl ich so eindeutig als Fremder auszumachen war, so als hätte ich einen NASA-Raumanzug getragen. Man merkt schnell, dass man keine Touristenranch für Städter besucht. Das ist das Leben der Gauchos mit Gauchos und deren Leben das sich um ihre Pferde und ihr Land dreht.

 

Der eigentliche Ritt begann am folgenden Tag. Es existiert hier keine wirkliche touristische Infrastuktur und daher ist die Tour geschickt rund um Elvios großer Familie aufgebaut. So sattelt man in Haus der Mutter auf und bahnt sich seinen Weg einige Tage lang von Familienfazenda zu Familienfazenda, bis man, im Hochland, Elvios eigene Ranch erreicht.

 

Die Pferde sind robuste, einheimische Crioulos und Crioulo-Einkreuzungen, die wenig Mühe hatten durch subtropische Vegetation die Hochebenen hinaufzuklettern, wo wir dann, nach entsprechender Pause, beliebig über die Bergwiesen galoppieren konnten. Die Sättel sind mit drei Schichten Schafsfellen belegt, wodurch man einen äußerst komfortablen Sitz hat. Bei sintflutartigen Regengüssen im Stil von Herr der Ringe, bewiesen die Regencapes, dass sie die besten waren die ich bisher irgendwo benutzt habe. Die Gebirgsregengüsse erhöhten die abenteuerliche Komponente des Trails, wenn wir uns, begleitet von Blitz und Donnerschlag, durch die subtropische Vegetation schlugen.

 

Die meiste Zeit war es jedoch heiter und sonnig und wir ritten von einem fantastischen Aussichtspunkt zum Nächsten. Das Mittagessen war normalerweise ein improvisiertes Churrasco an einem Bach, und jeweils als Aperitif wie Digestif, ein Gläschen Cachaça, mit anschließendem vollverdientem Nickerchen unter einer schattigen Weide oder Araukarie.

 

Die Pferde, wie auch die Maultiere, die das Gepäck transportierten, wurden regelmäßig ausgetauscht, da das Gelände anspruchsvoll ist. So lernten wir ihre individuellen Persönlichkeiten kennen.

 

Das Chef Maultier trug nach Ende der Woche unser Gepäck zurück in die Zivilisation und wir hatten leichte Bedenken als es mit Peters gesamten Bargeldmitteln für die nächsten Wochen, sowie meinem Reisepass und meinen Kreditkarten durchging und hinter dem Horizont verschwand. Aber auf brasilianische Art war die Ordung schon bald wieder hergestellt, denn wir fanden das Tier inmitten einer Rinderherde gemächlich grasend wieder.

 

Die Unterkünfte waren einfach aber gemütlich. Essen und Trinken war vielseitig und reichlich. Das Abendprogramm bestand aus Schachmeisterschaften, allerlei trickreichen Puzzles, und bei Wein und Bier konnte man wunderbar relaxen.

 

Wir hatten oft die Möglichkeit den Arbeitsalltag auf der Ranch mitzuverfolgen, sei es das Melken um 6 Uhr früh (schon einmal einen morgentlichen Cappuccino mit frischer Milch direkt aus dem Euter probiert?), den Viehtrieb von Weide zu Weide oder Aktivitäten die mir Tränen in die Augen trieben, wenn Jungbbullen auf rustikale Art zu Jungochsen gemacht wurden. Alles läuft sehr gemächlich ab und es bleibt einem selbst überlassen wie viel oder wenig man beitragen oder mitmachen möchte.

 

Die Verständigung ist dank der Organisation von Riding Brazil und der Anweisenheit eines Übersetzers - in diesem Fall der Boss selbst - kein Problem. Jedermann, vor allem Elvio der Trailboss, ist jederzeit freundlich und geduldig, so dass man letztendlich in alle Einzelheiten eingeweiht wird. Ohne jede Frage stellt dieser Trail eine hochwertige Alternative für Reiter dar, die das authentische Reiseerlebnis suchen. Der Schwierigkeitsgrad ist angemessen. Nicht so sehr Dressurreiterliche Fähigkeiten sind gefragt, vielmehr Sattelfestigkeit vor allem beim Bewältigen steiler Auf- und Abstiege. Wer einmal die Santa-Catarina-Erfahrung mitgemacht hat, dem werden die europäischen oder nordamerikanischen Trails eher zahm vorkommen.

 

Auch die Leistung stimmt bei etwa 1000 Pfund, die alle Kosten miteinschließen, nur muss man bis nach Florianóplis kommen. Die Anreise von São Paulo ist jedoch sehr unproblematisch und besonders lohnt es sich, wenn man den Aufenthalt noch mit Sightseeing oder Strandurlaub verbindet, damit sich die Flugkosten rechnen.