Als wir am Flughafen Florianópolis ankamen wurden von Peter Rohmer von Riding Brazil begrüßt, der uns dort mit einem Taxi erwartete um uns zur Ranch zu bringen. Er sprach sehr gutes Englisch und konnte sich außerdem in fließendem Portugiesisch mit den Einheimischen unterhalten. Wenn Peter bei uns war, erleichterte uns dies die Kommunikation ungemein denn er sprach sogar mit meiner Frau Coralie, die Deutsche ist, in ihrer Muttersprache.
Die Fahrt ins Landesinnere dauerte etwa zwei Stunden und gab uns die Möglichkeit die Landschaft außerhalb der großen Städte kennenzulernen und wir bekamen einen ersten Eindruck von Brasilien, einem weiten und schönen Land. Als wir auf Elvios und Rosie Ranch ankamen wurden wir sehr herzlich begrüßt und wir fühlten uns sofort willkommen. Man zeigte uns unsere Zimmer und man bot uns eine leckere Brotzeit und Kaffee an. Am nächsten Tag gingen wir reiten. Im Gegensatz zu meiner Frau bin ich kein besonders guter Reiter, deshalb fragte ich mich wie die Pferde sein würden und ob ich sieben Stunden lang auf ihnen aushalten würde. Die Pferde waren kleiner als die wir aus England kannten, sie trugen mein Gewicht dennoch sehr gut und waren traumhaft zu führen, als ob sie genau wüssten was man vor hat, ohne große Anstrengung und fast ohne Kontrollen und Hilfen. Im Laufe der Woche, in der wir dort waren, probierten meine Frau und ich verschiedene Pferde aus, bis ich etwa Mitte der Woche das perfekte Pferd gefunden hatte, einen gut reagierenden und schnellen Rappen, der ohne einmal zu zögern immer vorwärtsgehend auch die schwierigen Bergtrails lässig meisterte!
Die Woche verging so schnell und die große Gastfreundschaft lies uns uns eher als Teil der Familie fühlen, woran Rosies großartige brasilianischen Kost nicht ganz unschuldig war. Wir bekamen in der kurzen Zeit eine Vorstellung davon wie die Farmer, Gauchos und Rancher in den Südbrasiliens leben. Auf teilweise anspruchsvollen Ritten, mit immer wechselnden Szenarien, die sich nicht nur täglich, sondern stündlich veränderten, erlebten wir die großartige Berglandschaft der brasilianischen Subtropen. Jeden Tag ging es in eine andere Richtung. Die Ausritte werden individuell für die jeweilige Gruppe ausgerichtet, mit welcher Peter unterwegs ist.
Wir hatten zwei Wochen Ferien in Brasilien gebucht, von der wir die zweite Woche im Club Med in Salvador verbrachten. Als ich dann in der zweiten Woche am Pool mit einzigartiger Aussicht auf die Bucht von Salvador lag, dachte ich so bei mir, ich wäre doch lieber zurück im Sattel um mit Peter und Elvio durch die Landschaft zu reiten!
Ich kann diese Reise bestens empfehlen. Sie vermittelt, abseits von jedem Tourismus, einen kurzen aber intensiven Einblick in das Hinterland Brasiliens. Eine gute Erfahrung.
Ich hoffe bald nach Brasilien zurückzukehren und diese Tour zu wiederholen. Dann aber mindestens zwei Wochen.
Mit besten Grüßen
Y.M. Pirgali